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SEROVA

Wissen

Pseudonymisierung: Was ein Sprachmodell von Ihren Kundendaten sieht

Ein Sprachmodell muss eine Anfrage verstehen. Wer sie geschrieben hat und wo die Person wohnt, muss es dafür nicht wissen.

Von Leon Karic · · 3 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Bevor ein Text an ein Sprachmodell geht, werden Personendaten durch Platzhalter wie [PERSON_1] oder [TELEFON_1] ersetzt. Das Modell arbeitet nur mit dem ersetzten Text. Die Zuordnung, welcher Platzhalter zu welchem Namen gehört, bleibt bei Ihnen. Braucht ein Entwurf die echten Angaben, werden sie erst danach wieder eingesetzt, und der Code prüft den Entwurf, statt sich auf das Modell zu verlassen.

Ein Beispiel

Die Nachricht, wie sie bei Ihnen liegt

Guten Tag Frau Zinke, wir planen an der Bahnhofstrasse 33 in 8703 Erlenbach
einen Umbau. Erreichbar unter 044 910 20 30.

Was beim Sprachmodell ankommt

Guten Tag Frau [PERSON_1], wir planen an der [ADRESSE_1] in [ORT_1]
einen Umbau. Erreichbar unter [TELEFON_1].

Für die Aufgabe reicht das vollständig. Das Modell erkennt, dass es um einen Umbau geht und dass eine Antwort fällig ist. Wer die Anfrage gestellt hat, spielt dafür keine Rolle.

Was ersetzt wird

AngabePlatzhalter
Personennamen[PERSON_1]
Firmennamen[FIRMA_1]
Strasse und Hausnummer[ADRESSE_1]
Postleitzahl und Ort[ORT_1]
Schweizer Telefonnummern[TELEFON_1]
E-Mail-Adressen[EMAIL_1]
IBAN aus der Schweiz und Liechtenstein[IBAN_1]
AHV-Nummern[AHV_1]

Kommt derselbe Name in gleicher Schreibweise zweimal vor, bekommt er beide Male denselben Platzhalter. So bleibt der Zusammenhang im Text erhalten.

Der Weg zurück

Beim Ersetzen entsteht eine Zuordnungstabelle: [PERSON_1] steht für "Zinke", [ORT_1] für "8703 Erlenbach". Diese Tabelle wird nie mitgeschickt. Sie bleibt dort, wo die Nachricht liegt. Braucht ein Entwurf die echten Angaben, setzt der Code sie erst danach wieder ein, auf Ihrer Seite.

Was der Code nachprüft

Eine Anweisung an ein Sprachmodell ist eine Bitte. Eine Regel im Code ist eine Zusage. Deshalb enthält der Code von Serova eigene Prüfungen für den Entwurf. Im Selbsttest auf serova.ch laufen sie sichtbar mit, unter dem Entwurf steht, was korrigiert wurde:

Wo die Grenzen liegen

AHV-Nummern, E-Mail-Adressen, IBAN aus der Schweiz und Liechtenstein und Schweizer Telefonnummern haben feste Formen und werden zuverlässig erkannt. Ausländische IBAN und Telefonnummern erkennt das Verfahren derzeit nicht.

Bei Personennamen ist es schwieriger. Erkannt werden Namen über eine Liste häufiger Vornamen und über typische Stellen im Text, etwa nach "Guten Tag" oder unter einer Grussformel. Ein ungewöhnlicher Name an einer ungewöhnlichen Stelle kann durchrutschen. Deshalb prüft der Code den ersetzten Text zusätzlich auf Stellen, die noch nach einem Namen aussehen, und vermerkt sie. Wer eine lückenlose Erkennung jedes Namens verspricht, verspricht mehr, als ein Verfahren dieser Art halten kann.

Technisch

Die Ersetzung läuft in einem eigenen Modul ohne externe Abhängigkeiten. Stand 8. Oktober 2026 ist es mit 70 automatisierten Tests abgesichert, alle Kernmodule zusammen mit 230. Jeder Fehler, der beim Durchspielen gefunden wird, bekommt einen eigenen Test, damit er nicht zurückkommt.

Ausprobieren können Sie es mit einer eigenen Nachricht auf serova.ch/selbst-testen. Der erste Schritt läuft vollständig in Ihrem Browser, es wird nichts gesendet.

Mit einer eigenen Nachricht ausprobieren

Fügen Sie eine echte Anfrage ein und sehen Sie, was ersetzt wird und wohin sie einsortiert wird. Ohne Anmeldung.

Stand: 8. Oktober 2026