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Wissen

E-Mail-Automatisierung für KMU in der Schweiz: so gehen Sie vor

Automatisierung im Postfach beginnt nicht mit einem Programm, sondern mit der Frage, welche Arbeit sich bei Ihnen jeden Tag wiederholt.

Von Leon Karic · · 2 Minuten Lesezeit

Kurz gesagt

Zuerst schreiben Sie eine Woche lang auf, welche Nachrichten jeden Tag wiederkehren. Automatisiert wird dann, was sich wiederholt: Nachrichten einordnen, Antwortentwürfe vorbereiten, Rechnungen benennen, an offene Offerten erinnern. Gesendet wird weiter von einem Menschen, und Personendaten werden ersetzt, bevor ein Sprachmodell einen Text liest. So lässt es sich mit dem Schweizer Datenschutzgesetz vereinbaren, wenn auch Anbieter und Datenschutzerklärung stimmen.

Was sich im Postfach automatisieren lässt

Nicht alles davon braucht KI. Rechnungen benennen und Fristen nachrechnen sind Regeln, die man nachprüfen kann. Ein Sprachmodell braucht es nur dort, wo Text verstanden werden muss.

In vier Schritten

  1. Aufschreiben, was sich wiederholt. Eine Woche lang eine Strichliste führen: welche Nachrichten kommen, wie oft, wie lange sie dauern. Wie das geht, steht unter Lohnt sich Büroautomatisierung?.
  2. Festlegen, was automatisch geht und was zum Menschen geht. Was nicht sicher eingeordnet werden kann, gehört in einen eigenen Ordner zur Freigabe, nicht in eine Vermutung.
  3. Den Datenschutz klären, bevor Daten fliessen. Wohin gehen Texte, ist der Anbieter vertraglich gebunden, sind Ihre Kunden informiert. Am einfachsten wird es, wenn Namen und Nummern gar nicht erst beim Sprachmodell ankommen. Siehe Darf ich KI für Kundenmails nutzen? und Pseudonymisierung erklärt.
  4. Erst mitlaufen lassen, dann übernehmen. Zwei bis vier Wochen ordnet die Automatisierung nur ein, ohne etwas zu verschieben oder zu senden. Erst wenn die Einordnung mit Ihrer übereinstimmt, übernimmt sie.

Was in der Schweiz dazukommt

Das Datenschutzgesetz (DSG) verbietet KI im Postfach nicht. Es verlangt Transparenz darüber, wohin Personendaten gehen, und eine vertragliche Bindung der Anbieter, die Daten in Ihrem Auftrag bearbeiten. Werden Daten ins Ausland bekanntgegeben, muss das in Ihrer Datenschutzerklärung stehen.

Technisch zählt, welches Postfach Sie haben. Viele Hosting-Anbieter bieten einen Standardzugang mit eigenem App-Passwort, über den sich ein Postfach automatisieren lässt, ohne dass Sie Ihr Hauptpasswort weitergeben. Microsoft 365 und Gmail verlangen eine eigene Anmeldung über Microsoft oder Google.

Wie Serova das löst

Serova aus Rothrist im Kanton Aargau programmiert auf Anfrage eine eigene Lösung für einen wiederkehrenden Ablauf im bestehenden Postfach eines Betriebs, auf dessen eigenen Konten. Erkannte Namen, Adressen und Nummern werden ersetzt, bevor ein Sprachmodell einen Text liest, und gesendet wird nur, was Sie selbst senden. Mehr dazu unter Eigene Programmierung, auf Anfrage.

Daneben entsteht Serova Mail, ein Mailprogramm für das bestehende Postfach, in dem diese Handgriffe vorbereitet sein sollen. Serova Mail ist in Entwicklung und noch nicht verfügbar. Den Prototyp mit Musterdaten können Sie unter serova.ch/mail selbst anklicken.

Mit einer eigenen Nachricht ausprobieren

Fügen Sie eine echte Anfrage ein und sehen Sie, was ersetzt wird und wohin sie einsortiert wird. Ohne Anmeldung.

Stand: 29. Oktober 2026